Tour de Suisse in ... Basel

Wer ist mein Stadtführer?

Manchmal treffe ich auf Menschen, die begleiten mich auf meinem Lebensweg nur kurz. Manchmal treffe ich aber auf Menschen, die auf der gleichen Wellenlänge funktionieren. Bei Roland ist das so, wir kennen uns schon weit über 20 Jahre. Als erstes auf meiner Tour hat mir Roland «sein» Basel gezeigt. Nicht nur, dass er gerne reist und das auch allein. Da trafen sich also zwei Soloreisende. Er kennt Basel, weil er dort aufgewachsen ist. Seine Wurzeln sind in Appenzell und auf diese ist er sehr stolz, doch heute zeigte er mir, warum er Basel im Herzen trägt.

Los gehts

An einem heissen Juli-Tag hatte ich mir von der Gemeinde eine Tageskarte zum vergünstigten Preis für den öffentlichen Verkehr zugelegt. Dann brauchte ich mir keine Sorgen machen, ob wir mit dem Bus und Tram noch unterwegs sein würden. Basel ist von Zürich aus mit einer direkten Verbindung von einer Stunde zu erreichen. Wusstest du, dass der Bahnhof Basel der grösste Grenzbahnhof Europas ist? Züge von Basel in die Schweiz, nach Italien, Deutschland sowie nach Frankreich verkehren über diesen Bahnhof.

Treffpunkt und Ausgangspunkt unserer Tour ist dieser besondere Bahnhof. Wir nahmen gleich zu Beginn Tramlinie Nr. 2 bis zum Kunstmuseum. Im Innenhof des Kunstmuseums hat es ein Bistro, für Städtebummler, die noch eine Stärkung brauchen. Über die Rittergasse ein paar Minuten später sahen wir bereits das Münster: unser 1. Halt

Das Basler Münster umspannt eine über 500-jährige Baugeschichte. Die Anfänge des Münsters sind ungeklärt. Der Grundriss ist archäologisch nachgewiesen und datiert die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts. Aufgrund des Alters und der stetigen Veränderungen ist eine kontinuierliche Pflege nötig. Seit 1985 ist eine Bauhütte hinter dem Münster installiert. Damit widmet man sich dem zunehmend verschlechterndem Zustandes des Buntsandsteines.

Nachdem wir durch die Gänge des Münsters gewandelt waren, haben wir uns hinaus auf die Terrasse begeben. Auf dem Münsterhof hatten wir uns eine Weile in den Schatten gesetzt und den Blick über die Stadt Basel schweifen lassen. Aufgewachsen in Basel hat Roland als heranwachsenden Bub viel Zeit am Rheinufer verbracht oder die unzähligen Museen besucht.

Unser Weg führte uns weiter. Das Münster umrundeten wir auf dem Weg zum Münsterplatz. An der Frontfassade ist St. Georg, Drachentöter und Märtyrer. Vermutlich hat er gegen grössere als den hier sehr auffällig kleinen Drachen gekämpft.

Der Südturm aus dem Jahr 1883 kann über eine steile Wendeltreppe besichtigt werden. Wir hatten jedoch an diesem Tag noch mehr auf unserem Programm, so haben wir uns diesen Ausflug gespart.

Über den Münsterplatz liefen wir beim Naturhistorischen Museum vorbei an Häusern aus dem 15. Jahrhundert, welche seinerzeit durch Domherren des Münsters bewohnt wurden. Unser Ziel: über die Mittlere Brücke in die Utengasse. Dort gibt es einen Manor und ein gesundes Mittagessen im Restaurant.

Nach dem Mittagessen ist es Zeit für den Fluss

Nach dem Mittagessen führte unser Weg wieder zurück Richtung Mittlere Brücke und weiter bis zur Station der Klingentalfähre, welche direkt vor der Kaserne gelegen ist. Früher gab es zu Rolands Kinderzeiten die Überfahrt für CHF 0.50, mittlerweile kostet die kurze Fahrt zum anderen Ufer CHF 1.60. Gemächlich hatten wir den Rhein überquert und die vielen mutigen Schwimmer im Wasser bewundert, während die alten Gebäude aufgereiht am Ufer entlang sich uns präsentierten.

Zurück mit sicherem Boden unter den Füssen sind wir die Treppen hochgeklettert und über die Strasse zur Confiserie Bachmann. Hier gibt es die besten Schokoladen-Truffes in ganz Basel, und im Hochsommer einen klimatisierten Raum für die Kaffeepause.

Wenige Minuten von der Confiserie aus geht es über den Marktplatz zum Basler Rathaus. Das imposante rote Bauwerk wurde 1501 fertiggestellt, im selben Jahr trat Basel der Eidgenossenschaft bei. Die Kantonsregierung von Basel-Stadt ist hier untergebracht. Im Innern sind die Fassadenfiguren zu betrachten, welche 1901 aufgrund der Renovation ersetzt worden sind.

Spannend: die Überreste des nach dem Basler Erdbeben erstellten Palastes sind die ältesten Teile des Rathauses, gefolgt vom spätgotischen Mittelbau mit den drei Bogeneingängen und dem goldenen Turm aus dem Jahr 1507.

Das grosse Erdbeben von 1356

Nicht nur die alten Teile des Palastes wurden im Oktober 1356 von einem massiven Erdbeben zerstört. Alle wichtigen Kirchen und Burgen im Umkreis von 30 km wurden damals zerstört. Sogar in Zürich und Konstanz hat man die Ausläufer des Bebens noch spüren können.
Häuser und der Chor des Basler Münster fielen zusammen. Die fünf Türme, verschiedene Gewölbe und Teile der Krypten wurden ebenfalls zerstört.

Wir liefen wieder über den Marktplatz und haben das Rathaus hinter uns gelassen. Eine Tramstation beim Marktplatz verband unseren Weg wieder mit dem Startpunkt von morgen: dem Hauptbahnhof.

Du machst die Reise nach Basel nun auch? Falls du Roland in Basel antriffst, frag ihn nach den Flohmärkten in Basel und Zürich. Vielleicht erzählt er dir, welchen er besser findet.