Soloreisen mit Kurven

Die Freiheit gleich beim Frühstück zu entscheiden, ob ich jetzt beim Naturkundemuseum in die Schlange stehe oder doch lieber rechtzeitig beim Schloss sein will, das fühlt sich beim Soloreisen nach Kompromisslosigkeit und nach Freiheit an. Ohne mit der Reisebegleitung in einer endlosen Diskussion zu fallen. Ich entscheide, weil ich es so will. Da gibt es zu diesen zwei Reiseformen – Alleinreisende Frau und/oder alleinreisende kurvige Frau – keinen Unterschied. Wie ich jedoch als kurvige Reisende schon an meine Grenzen gekommen bin und du dich darauf vorbereiten kannst, das kannst du hier nachlesen.

Auswahl der Aktivitäten

Bei der Auswahl an Aktivitäten bin ich jedoch als kurvige Reisende sehr eingeschränkt. Ich schaue genauer, wie lange der Marsch von der Bushaltestelle zum Aussichtspunkt wirklich dauert. Meine Fitness entspricht nicht annähernd dem Mittelwert eines Otto Normalverbrauchers (oder die seiner Ehefrau).
Wenn der Weg bereits als hügelig beschrieben wird, dann überlege ich mir sogar, ob ich doch lieber ein Uber bestellen soll. Aktivitäten genauer abzuklären hat sich schon oft als ideal herausgestellt.

Neapel wollte es wissen

In Neapel gibt es eine touristenfreundliche und gut besuchte Führung, wenn nicht sogar eine überbesuchte Führung mit viel zu grossen Gruppen: Sotterranea
Dort wird der Tourist durch die Unterwelten von Neapel die Zeiten der Kriegsgeschichte und die Anfänge bei den Römern berichtet.
An einem für Oktober sehr warmen Sonntag habe ich mich rechtzeitig in die Warteschlage gestellt. Schlussendlich wurde ich mit 40 anderen Touristen mit einem einzelnen Reiseführer voraus in diese Unterwelten geschickt. Online gab es keinerlei Informationen über das benötigte Fitnesslevel. Kinderwagen seien nicht ideal wegen der Treppen. Das war es dann auch schon. Dass meine eingeschränkte Fitness dann rund 150 Treppen in die Tiefe nehmen musste und diese später auch wieder hoch durfte, das hat sich vor Ort als interessante Überraschung herausgestellt.
Ich habe mir schon vorgestellt, wie mich die Feuerwehr aus den hintersten Ecken retten muss. Was, wenn ich hier tatsächlich schlapp mache? Hoffentlich ist der italienische Feuerwehrmann ein Schönling und redet mit mir ein paar nette, für mich unverständliche, Worte in seiner Landessprache. Idealerweise würde mich dieser Retter in der Not zu einem leckeren Tiramisu einladen. Hach ja, aber da war ich nun, unten in der Tiefe.
Zu deinem, und meinem Erstaunen; ich habe es ohne Zwischenfälle geschafft. Schliesslich wollte ich einen Bericht darüber schreiben.

Die zweite Überraschung war für mich jedoch auch gleich während dieser Führung. Die Gänge zu der unterirdischen Zisterne, angelegt von Römern, sind sehr eng. Der Reiseführer hat erklärt, dass es sogar nötig sei, seitwärts zu gehen. So eng, dass meine Hüften stecken bleiben könnten?
Stehenbleiben ist auch keine Option, sogar eine angeordnete. Das Risiko, dass sich dann einen Stau bildet und die Touristen in Panik geraden ist gross. Der Reiseführer hätte wohl besser darauf hingewiesen, dass es stellenweise so eng ist, dass ich quer durch bin. Tiefes durchatmen wäre auch nicht möglich gewesen, denn zeitweise hatte ich meinen Bauch an der Seitenwand gerieben (das letzte Tiramisu war dann doch grösser)
Als schlanke Reisende wäre es mir auch unbehaglich gewesen, dann die dunklen Gänge sind ja schon sehr speziell. Mit zusätzlichen Pfunden ist frau einfach auf zusätzliche Informationen angewiesen. Diese Information hat schlichtweg gefehlt und mit dem jetzigen Wissen, würde ich diese Tour tatsächlich nicht nochmals machen.

 

Ich und ein Seilpark – ohne romantisches Ende

Ein anderes Ereignis, dass mir Tage später noch in den Knochen war, war eine Überraschung durch das Reiseunternehmen während meines Aufenthaltes in Österreich. Als Aktivität habe ich einen Seilpark-Ausflug gebucht bekommen. Ich habe etwas Ähnliches bereits im Zürcher Oberland unternommen, wo Sportmuffels wie ich die verschiedenen Schwierigkeitsgrade überstehen kann. Anstrengend, ja… aber machbar. Jedoch der Ausflug in den Bregenzerwald und der damit verbundene Seilpark haben mich an körperliche Grenzen gebracht. Nach ein paar regnerischen Tagen habe ich mich am Treffpunkt eingefunden und der Guide hat mich schon von oben bis unten gemustert. Ich bin mir solche Body-Check-Blicke gewöhnt und gebe nichts darauf. Ich dachte mir ja, aus der Erfahrung schaffe ich den Seilpark. Die Ausrüstung beinhaltet keine Handschuhe und da in der Fluss-Schlucht alles nass war, bin ich dann oft abgerutscht. Rutschen und wieder hoch hangeln hat mich mehr Kraft gekostet als gedacht. Ich habe, so unsportlich wie ich bin, mit entschieden den einzig möglichen Not-Ausstieg zu nehmen und aufzugeben.

Fotos von einem anderen Seilpark-Ausflug, wo Ausrüstung top und Laune gehoben war!

 

Damit es nicht peinlich wird, sind diese drei Tipps bei der Reiseplanung wichtig:

  • Lies Bewertungen einer Aktivität. Manchmal gibt es andere Touristen, die zusätzliche Treppen ebenfalls meiden möchten
  • Bei Unsicherheit den Veranstalter anrufen
  • Beim Eingang/Kasse nachfragen, wie gut begehbar die Aktivität ist

Wie sind deine Erfahrungen als Kurvige unterwegs? Schreib mir doch eine Mail

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